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Lesenswerte Bücher für Eltern - das Verhalten der Kinder in Entwicklungsphasen, Trotzphase, Wut, Autonomie, Schlafen
Gedanken zum Familienleben

Die lesenswertesten Bücher über das Leben mit Kindern

Eine kleine Auswahl an Büchern für glückliche Eltern und glückliche Kinder – jenseits von Erziehungsratgebern

Liebe Eltern,

in diesem Blogpost möchte ich euch ein paar Bücher über das Leben mit Kindern vorstellen, von denen ich als Pädagogin, aber auch als Mutter einer kleinen Tochter überzeugt bin. Ich empfehle euch ganz bewusst keine Erziehungsratgeber, sondern Bücher, die das Verhalten der Kinder in verschiedenen Entwicklungsphasen erklären oder Gedanken enthalten, die dazu anregen einen eigenen, passenden Weg für ein glückliches Familienleben zu finden. Sie setzen sich hervorragend mit den Themen Liebe, Eigenständigkeit, Wut, Autonomie, Schlafen und vielen weiteren auseinander und sind allesamt tolle Bücher.

Das passende Buch für euch finden

Die Auswahl ist riesig – wie kann ich das passende Buch für mich finden?

Manche Bücher suggerieren, sie hätten den einen, richtigen Weg für jede Familie. Den kann es aber meines Erachtens gar nicht geben. Ich halte es für viel wichtiger, sich zu fragen, für welche Werte man selbst einstehen möchte und was man sich für sein Kind wirklich wünscht im Leben. Bei der Frage, worauf es in der Erziehung ankommt, möchte ich gerne ein Zitat von Jesper Juul aus seinem Buch: „Kinder sind Geschenke für die Welt“ anführen:

„Das, worauf es in der Erziehung ankommt, geschieht häufig gleichsam zwischen den Zeilen. Es ist die Stimmung, wie wir als Eltern miteinander umgehen, wie wir mit anderen Menschen in unserer Umgebung umgehen, der Prozess wie wir als Familie miteinander sind: All das erzieht. Es kommt gar nicht auf ein perfektes Resultat an. Das Glück besteht darin, miteinander auf dem Weg zu sein.“

Die folgenden Bücher über kindliche Entwicklung und Erziehung finde ich sinnvoll. In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude bei der Auswahl und beim Lesen!

Lesenswerte Bücher für Eltern

„Liebe und Eigenständigkeit“ von Alfie Kohn

Alfie Kohn spricht in seinem Buch von einer bedingungslosen Elternschaft und regt dazu an, eine Eltern-Kind-Liebe zu gestalten, die frei von Belohnung und Bestrafung ist. „Liebe und Eigenständigkeit“ regt dazu an, eine Bindung zu unseren Kindern aufzubauen, die bis über die Zeit der Pubertät hinaus trägt. Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Man kann es nicht in einem Rutsch durchlesen, die Gedanken der jeweiligen Artikel haben eine so große Wirkung, dass sie sich erst einmal setzen müssen. Ich kann es wirklich jedem ans Herz legen, der eigene Kinder hat. Eigentlich sollte es aber jeder gelesen haben, der Teil unserer Gesellschaft ist.

„Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch die Trotzphasen“ (Die Jahre 1-4) von Danielle Graf und Katja Seide

Was genau ist eigentlich die Trotzphase? Was weckt in meinem Kind diese Wut? Dieses Buch erklärt sehr genau aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Wissenschaften, warum unsere Kinder wütend werden und was in den kleinen Gehirnen von sich geht. Es gibt uns praktischen Rat dazu, wie wir unsere Kinder und uns selbst in dieser Zeit unterstützen können. Das Buch hat uns geholfen zu verstehen, was in unserer Tochter passiert, wenn ein Wutanfall unausweichlich ist. Mit vielen wirklich hilfreichen Tipps, jenseits von Belohnung oder Bestrafung. Definitiv lesenswert!

An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass ich immer wieder auf dem Blog von „Gewünschtetes Wunschkind“ lese. Besonders wenn mir ein Thema in der Entwicklung unserer Tochter nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Artikel sind mit guten Quellen recherchiert, ausführlich und immer hilfreich. Ihr findet ihn unter: https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/

Und für Familien mit älteren Kindern gibt es inzwischen glücklicherweise auch den Folgeband Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Gelassen durch die Jahre 5 bis 10″

„Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl

Dies ist kein klassisches Buch über Erziehung. Dies ist ein Buch, welches Handlungsanweisungen gibt, um uns mit der eigenen Kindheit auseinander zu setzen. Auch die eigene Kindheit ist Teil der Beziehung, die wir zu unseren eigenen Kindern aufbauen können. Denn unser ganzes Beziehungsleben ist geprägt durch die Erfahrungen, die wir als Kind gemacht haben. Auch die Beziehung zu unseren eigenen Kindern. Es kann also nur von Vorteil für unsere Kinder sein, wenn wir unseren Blick auch mal in die Vergangenheit zu richten. Und dabei unsere Glaubenssätze, unsere Denkmuster und unsere Wichtigkeiten hinterfragen.

„Ich will bei euch schlafen!“ von Sibylle Lüpold

„Na, schläft sie/er schon im eigenen Bett?“ – welche Eltern haben diesen Satz noch nie gehört? Genau. Nach wie vor gibt es leider in unserer Gesellschaft das Idealbild, wie das kleine Baby im eigenen Bett, im eigenen Zimmer, zufrieden durch schläft. Ein Bild, das junge Eltern unter Druck setzt. Das Buch räumt mit diesem Mythos auf und zeigt, was Kinder wirklich für einen erholsamen Schlaf brauchen, und dass das Schlafen nichts mit der Erziehung zu tun hat, sondern nur mit dem individuellen Bedürfnis des Kindes nach Geborgenheit und Nähe. Mit Beiträgen von Kinderärzten, Hebammen, Kinderpsychologen und Schlafforschern. Für alle Eltern, die sich das Co-Sleeping, bzw. das Familienbett vorstellen können.

„Starke Kinder brauchen starke Eltern“ von Paula Honkanen Schoberth

Der Titel des Buches sagt eigentlich alles. Wie drücken die Eltern ihre Bedürfnisse aus? Und wie lösen wir in unserer Familie Konflikte? Wie kann ich meinem Kind bei Problemen helfen? Das Buch setzt bei den Eltern an und gibt ganz konkrete Hilfestellungen zur Selbstreflexion. Denn starke Kinder brauchen selbstsichere und authentische Eltern, an denen sie sich orientieren können. Darüber hinaus liefert es Beispiele, wie die Kinder aktiv am Familienleben teilhaben können. Es ist sicher ein Buch, das immer wieder neu gelesen werden kann, je nach Alter des Kindes und sogar über die Pubertätszeit hinaus.

„Ich schaffs! Spielerisch und praktisch Lösungen mit Kindern finden – das 15- Schritte-Programm für Eltern, Erzieher und Therapeuten“ von Ben Furman

Mit diesem Buch habe ich in meiner Arbeit als Erzieherin und Therapeutin viel gearbeitet. Es beruht auf dem lösungsorientierten Ansatz, der im systemischen Denken seinen Ursprung hat. Kinder haben demnach keine Probleme, sondern nur Fähigkeiten, die sie erlernen können. Ganz gleich, ob das ein aufgeräumtes Zimmer ist oder das ungeliebte Zähneputzen. Das Programm hilft Kindern, sich auf ihre Ressourcen zu fokussieren und zeigt auf, was sie schon alles können und worauf sie stolz sein können. Es ist ein ermutigendes Buch, das mit kindgerechter Sprache zum Umdenken einläd.

Und diese Bücher kannst du dir sparen:

  • „Gelassen durch die Trotzphase“ von Annegret Kast-Zahn

Dieser Erziehungsratgeber im klassischen Sinne sieht es Ziel an, die Autonomie des Kindes zu brechen. Als Lösungsstrategien werden Auszeiten empfohlen. Aber natürlich nur, um sich durchzusetzen. Doch ohne hilfreiche Tipps und meiner Ansicht nach auch missachtend für die Kinder. Aber ja, sicherlich ein Weg, der zum Ziel führend wirkt, wenn man ein Verhalten des Kindes „abstellen“ möchte. Nicht lesenswert, wenn man die Autonomie seines Kindes wahren und mit ihm kooperieren möchte.

  • „Schnall dich an, sonst stirbt ein Einhorn“ von Hayers und Achterwinter

Soll wahrscheinlich lustig gemeint sein, beruht aber auf Drohungen oder Erpressungen. Keine hilfreichen Tipps enthalten.

  • „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ von Pamela Druckermann

In kurzen Worten: Liebe abhängig machen von Gehorsam. In meinen Augen Kindern gegenüber unter aller Würde.

 

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Wir wünschen euch in allen Phasen eures Familienlebens viel Einfühlsamkeit, Umsicht und dass ihr einen guten Weg für euch findet.

Herzlich, eure
Johanna

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