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Neuseeland - Die Südinsel - Otago Peninsula
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Neuseeland in der Elternzeit – Teil 1: Auckland und die Südinsel

Moment mal? Auckland und die Südinsel? Wie die meisten wohl wissen, ist Auckland die Hauptstadt Neuseelands und liegt im Norden der Nordinsel! Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen, unseren Reisebericht in dieser Art aufzuteilen. Warum? Ganz einfach: Wir möchten euch die Reise so erzählen, wie wir sie erlebt haben. Da wir mit dem Interkontinentalflug zwar in Auckland angekommen sind, dann aber nach dem Akklimatisieren direkt weitergeflogen sind und das Wohnmobil auf der Südinsel abgeholt haben, ist unser Artikel nun eben so unterteilt 🙂

<< Unseren einleitenden Artikel zur Entscheidungsfindung, Planung und zur Anreise mit Kleinkind findet ihr hier

      Hier geht’s direkt zum zweiten Teil der Reise: Die Nordinsel (coming soon) >>

Ein Tipp: Im Artikel verweisen wir regelmäßig auf das unserer Meinung nach sehr gute App wikicamps, dass ihr hier für iOS oder Android laden könnt.

Für den wirklich sehr langen Flug haben wir euch außerdem unsere besten Tipps zusammengestellt, die auch eurem / euren Kindern hoffentlich ein wenig dabei helfen, eine möglichst unbeschwerte An- und Abreise zu haben. In unserem Artikel Kleinkind im Flugzeug beschäftigen – unsere Top 10 haben wir euch unsere besten Tipps fürs Fliegen und lange Flugreisen mit Baby oder Kleinkind zusammengestellt.

Neuseeland in der Elternzeit - Teil 1: Auckland und die Südinsel

Ankunft, Auckland und Waiheke Island

Neuseeland - Blick auf Auckland

Neuseeland – Blick auf Auckland von der Fähre aus

In Auckland angekommen hatten wir uns für zwei Nächte ein kleines Hotel im bürgerlichen Viertel Remuera ausgesucht. Mit der Lage des Devereux Boutique Hotel waren wir ausgesprochen glücklich, denn es gab um die Ecke viele kleine Restaurants, Cafés und allerlei andere Läden, trotzdem war die Gegend sehr ruhig, öffentlich gut angebunden und nicht zu weit weg von anderen wichtigen Stadtvierteln. Wir wollten in Ruhe ankommen und versuchen, den Jetlag zu überwinden und das ist uns hier sehr gut gelungen. Auckland selbst hat mit Sicherheit viel zu bieten, aber wir waren in erster Linie wegen der wunderschönen Natur nach Neuseeland gekommen.

Eine wunderbare Möglichkeit die Sonne zu genießen und einen entspannten Tag zu verbringen bietet die vor Auckland gelegene Insel Waiheke. Mit der Fähre ab dem Wynyard Wharf beim Auckland Fischmarkt (den Zeitplan der SEALINK Fähren findet ihr hier) ist man in ziemlich genau einer Stunde dort. Achtung! Man muss aber vorab am Hafen Tickets lösen und mind. eine halbe Stunde vorher Einchecken!

Auf der Insel selbst gibt es einen Hop on Hop off Bus, den man den ganzen Tag nutzen kann und der alle sehenswerten Stationen anfährt. Der Preis ist im Fährticket enthalten. Ein Tour Guide erklärt die einzelnen Stationen und erzählt ein paar beeindruckende Infos zur Insel. Wir hatten dort wirklich einen wunderschönen Tag am Strand, haben Eis gegessen und auf einem Weingut auf dem Berg mit Blick über die Insel und das Meer den Tag ausklingen lassen. Der Wein war wohl auch sehr lecker, sagt der Papa 🙂 Dafür ist die Insel im Übrigen auch Spezialist, denn es gibt dort ausgesprochen viele Weingüter und generell auch einfach wunderschön! Aber macht euch selbst ein Bild:

Neuseeland in der Elternzeit - Teil 1: Auckland und die Südinsel

Die Südinsel

Christchurch und Banks Peninsula

Nach Auckland ging es weiter mit dem Inlandsflug nach Christchurch, der größten Stadt der Südinsel. Mittlerweile fühlten wir uns ja regelrecht als Flug-mit-Kind-Profis. Für die erste Nacht hatten wir uns ein AirBnB in der Stadt gemietet. Christchurch punktet unserer Meinung nach vor allem mit seiner zentralen Ausgangslage und seiner Umgebung. Wir haben uns daher spontan ein Auto gemietet (ging problemlos bei Thrifty in der nächstbesten, gegoogelten Niederlassung) und sind zur atemberaubenden (!) Banks Peninsula gefahren. Schon der Hinweg bietet ein Fotomotiv nach dem anderen. Die Insel ist komplett beige und das Meer türkis blau. Die Farben in dieser Natur erschienen uns wirklich als etwas ganz Besonderes. Im Fischerdorf Akaroa angekommen machten wir eine Dolphin Watching – Tour. In Neuseeland sind Whale Watching Touren oft erst ab sechs, manchmal aber auch erst ab zwölf Jahren möglich. Auf dieser Tour durften wir aber sogar mit unserer fünf Monate alten Tochter mitfahren und man sieht (fast) immer sehr süße Hector-Delfine. Vom Boot aus haben wir dann tatsächlich Seelöwen, Kormorane und Delfine gesehen. Gefunden haben wir die Tour bei Akaroa Dolphins und sie war wirklich schön!

Neuseeland - Banks Peninsula

Neuseeland – Banks Peninsula

Am nächsten Morgen holte Ruben endlich das Wohnmobil. Gefühlt hatten wir die Reise ja noch gar nicht richtig gestartet. Wir hatten uns ja dazu entschieden, die Kinder-unter-sechs-Monate Regel zu ignorieren, daher blieb ich mit unserer Tochter im AirBnB. Der Herr bei der Vermietung war wohl recht irritiert, dass wir nun doch offiziell kein Baby dabei hatten, aber Ruben behauptete einfach, dass es da wohl einen Buchungsfehler gab. 🙂 Das Einräumen dauert ein Weilchen, aber so konnte sich unsere Tochter schon mal im neuen Heim eingrooven und wir uns mit allem vertraut machen. Endlich konnte es losgehen.

Lake Pukaki

Noch am selben Abend fuhren wir zum wirklich wunderschönen Lake Pukaki. Malerisch liegt der hellblaue See zwischen den Bergen und man schaut auf den berühmten Mount Cook. Ein atemberaubendes Panorama. Das Beste daran? Man darf dort direkt am Ufer frei campen. (Stellplatz gefunden auf wikicamps; Lake Pukaki Camping; Tekapo-Twizel Rd, Pukaki. Kostenfrei.) Einfach gigantisch mit dieser Kulisse abends ins Bett zu gehen und morgens aufzuwachen. Wir konnten unser Glück kaum fassen! Ein toller Auftakt für die erste Nacht im Camper.

Neuseeland - Der Lake Pukaki

Neuseeland – Der Lake Pukaki mit Blick auf den sagenhaften Mount Cook

Moeraki Boulders

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zu den Moeraki Boulders an der Küste. Man kann diese kaum verfehlen, da in Neuseeland wirklich alles gut ausgeschildert ist. Es gibt direkt am Strand einen kostenfreien Parkplatz, auf dem auch große Wohnmobile Platz haben. Der Strand alleine ist schon sehr schön, hinzukommen 50 marmorierte Steinbälle, die aussehen wie unzählige, riesengroße Schildkröten, die am Strand herum liegen. Der größte Steinball hat einen Durchmesser von zwei Metern.

Neuseeland - Moeraki Boulders

Neuseeland – Moeraki Boulders

Dunedin, Otago Peninsula und Penguin Place

Danach ging es nach Dunedin. Schon die Einfahrt bergab nach Dunedin sieht wirklich toll aus und zeigt die Schönheit der Stadt. Übernachtet haben wir bei Dunedin an einem wirklich tollen Spot, ganz alleine und ganz frei an der Steilküste direkt über dem Meer. Wieder kostenfrei. Und wieder: atemberaubend!

Neuseeland - Camping auf der Otago Peninsula bei Dunedin

Neuseeland – Camping auf der Otago Peninsula bei Dunedin

Im Anschluss ging es weiter zum Penguin Place auf der malerischen Otago Pensinsula (Halbinsel) bei Dunedin. Der Penguin Place ist ein Reservat, um die bedrohte Yellow- Eye Penguin Art zu schützen. Das Areal besteht aus einem „Krankenhaus“ für verletzte Tiere, sowie einer großen Bucht und einem großen Stück Land, wo die Tiere geschützt leben können. Um es zu finanzieren werden Touren angeboten, die aber begrenzte Plätze haben. Man sollte also vorab buchen.

Dort angekommen gab es zum Anfang der Tour einen kurzen und unterhaltsamen Vortrag über die Pinguine und eine Führung über das Areal beinhaltet. Die Tour hat insgesamt ca. 1,5 Stunden gedauert und war auch für unsere Kleine gut machbar. Sie ist während des Rundgangs eingeschlafen und alle Besucher müssen ohnehin leise sein, um die Pinguine nicht zu stören. Sie konnte also prima weiter schlafen. Man merkt, dass den Mitarbeitern viel an Ihrer Arbeit hier liegt und hat das Gefühl, mit dem eigenen Besuch die Organisation unterstützen zu können.

Neuseeland - Yellow-Eye Penguin

Neuseeland – Yellow-Eye Penguin

Fjordland, Te Anau und der Milford Sound

Von Dunedin sind wir nach Te Anau gefahren. Natürlich wollten wir uns nicht die atemberaubenden Wanderwege im Fjordland und auch nicht den sagenumwobenen Milford Sound entgehen lassen. Der Milford Sound liegt aber quasi am Ende einer Sackgasse. Wir hatten uns dazu günstig gelegen Te Anau als „Basisstation“ ausgesucht und trotz der tollen Spots zum frei stehen hier einen wunderschönen Campingplatz gebucht. Wir wollten mal mit der Kleinen ein paar Tage an einem Ort bleiben und auch mal einen Tag am See einfach ausspannen. Der Campingplatz war sehr gepflegt, hatte einen süßen Spielplatz und bot für uns eine gute Ausgangslage für die nächsten Tage. Einen ausführlichen Bericht über den unglaublich schönen und beeindruckenden Milford Sound und  was es bei einer Tour mit Kleinkind zum Milford Sound zu beachten gibt, findet ihr hier. Außerdem können wir eine wunderschöne Wanderung zum Lake Marian empfehlen, die ihr hier findet. Hier nur einige wenige Bilder zum Appetit anregen:

Neuseeland - Der Milford Sound

Neuseeland – Der Milford Sound

Queenstown, Wanaka und der Mt. Aspiring National Park

Anschließend ging es weiter nach Queenstown. Übernachtet haben wir direkt am Lake Wakatipu. Wiedermal ein wunderschöner Spot direkt am See, mitten in der Natur – und das ganze KOSTENLOS. Einfach unglaublich. Gefunden haben wir den Stellplatz wieder über Wikicamps, man muss sich wirklich nur anhand der Bilder und Bewertungen anderer User den schönsten Platz aussuchen. Queenstown ist DER Place to be für Outdoor Aktivitäten. Es gibt quasi nichts, was es dort nicht gibt. Von Bungee Jumping über Kajaken, Klettersteigen oder Rafting. Wer es extrem mag, der ist in Queenstown definitiv richtig. Dort angekommen gingen wir erst einmal zur Orientierung zur Touristeninfo. Wir wollten uns über die Möglichkeiten informieren, weil wir leider Pech mit dem Wetter hatten und starker Regen für die nächsten Tage angesagt war. Im Touristenbüro gab es unzählige Möglichkeiten Touren zu buchen oder sich über die vielen Wanderwege zu informieren. Für uns als Eltern von einem kleinen Baby waren aber all diese Sachen leider nicht möglich. Die meisten Wanderwege waren entweder sehr anspruchsvoll oder sehr lange. Es kam noch eine Fahrt mit der Seilbahn in Frage oder eine Bootstour über den Lake Wakatipu (macht aber auch nur bei schönem Wetter Sinn) und es gibt ein Sea World, wovon wir jedoch nicht sehr überzeugt waren. Zusammengefasst war für uns in Queenstown einfach nicht das Richtige dabei. Aufgrund der auch noch wirklich sehr schlechten Wetterlage entschieden wir uns deshalb, einfach weiter zu fahren und die Zeit lieber bei schönem Wetter woanders zu nutzen.

Wir kamen am Lake Wanaka vorbei, der ebenso wunderschön in Türkis erstrahlt. Man hat dort wirklich das Gefühl, ganz alleine auf der Welt zu sein. Keine Menschenseele, kein Geschäft, keine Bars, kein Lärm, einfach nichts. Nur der See und die Straße auf der man gekommen ist. Im Mount Aspiring National Park gibt es wie in allen Nationalparks der Südinsel viele tolle Wanderungen. Allerdings konnte man dort nur wenige Minuten den Camper verlassen: Wir nannten dieses Gebiet irgendwann nur noch Sandflies – Land.

Neuseeland - Himmel bei Queenstown

Neuseeland – Himmel bei Queenstown

Die Fantail Falls wollten wir uns dennoch gerne ansehen. Nur fünf Minuten Gehzeit vom Parkplatz führen direkt zum Wasserfall, der bezaubernd vor einer Kiesbank hinab stürzt. Man muss jedoch ehrlich sagen: Wir sind nur sehr kurz dort gewesen und sehr schnell wieder im Camper. Es war wirklich ALLES voller Sandflies. Wer sich die Fantail Falls trotzdem nicht entgehen lassen möchte und einen *guten* Mückenschutz dabei hat, kann hier vorab die Infos zum Wasserfall ansehen.

Fox Glacier und Franz-Josef-Glacier – die großen Gletscher

Weiter gings zum Franz-Josef-Glacier. Die Orte Franz-Josef und Fox liegen direkt vor den Gletschern und bieten alles Mögliche rund um den Gletscher an. Man staunt nicht schlecht, wenn man eine ganze Weile durch die Natur gefahren ist und sich plötzlich ein Ort mit so vielen Möglichkeiten auftut. Neben unzähligen Wanderungen gibt es auch Helikopterflüge, Eisklettern, geführte Touren, usw. Der Ort selbst bietet neben mehreren Stellplätzen natürlich auch Campingplätze und Hotelzimmer. Wir hatten nicht nur eine Tour zum Gletscher geplant, sondern auch eine Wanderung mit tollem Panorama am Lake Matheson, in dem sich morgens bei gutem Wetter der Gletscher spiegelt, wenn der See ruhig liegt. Toll!

Besonders attraktiv ist diese Wanderung für Familien mit kleinen Kindern, da man eine tolle Aussicht auf den Fox Glacier hat, aber keine lange Strecke oder viele Höhenmeter zurücklegen muss. Die Wanderung findet ihr u.a. zum Beispiel auf Tripadvisor (hier geht’s zur Wanderung, hier zum App für iOS, das auf keiner Reise fehlen sollte!).

Eine weitere ausführliche und gut recherchierte Liste haben wir auf diesem Reiseblog gefunden.

Auf dem Weg weiter in den Norden fährt man die komplette West Coast an der Küste entlang. Es gibt immer wieder atemberaubende Blicke aus dem Auto auf diese wilde und raue Küste in der Tasmanischen See. Schwer mit anderen Orten vergleichbar, einfach wunderschön! Unterwegs gab es auch einige Aussichtspunkte. Da wir aber mitten in Sandflies-Land waren, haben wir uns nach einem Versuch gegen das Anhalten und Verlassen des Campers entschieden. Falls ihr euch fragt, ob diese klitzekleinen Sandflies denn wirklich so schlimm sein können. Fahrt einfach hin und findet es heraus 😉

Neuseeland - Die Westcoast

Neuseeland – Die Westcoast

Punakaiki und die Pancake Rocks

Nun waren wir einfach happy in Punakaiki anzukommen. Die Pancake Rocks lagen genau auf unserer Route und sahen wirklich aus wie aufeinandergestapelte Pfannkuchen. Punakaiki hebt sich landschaftlich wieder sehr von allem ab, was wir davor gesehen hatten. Die Küste ist felsig und die Brandung rau. Es gibt ein paar Surfer Spots und eine Surf-Schule. Und kaum noch Sandflies 🙂 Kurz zuvor hatten wir noch vor einem Gletscher gestanden, nun waren wir am Meer mit Palmen. Der Campingplatz Punakaiki war zwischen grünen Bergmassiven und Meer schön angelegt und wir konnten nachts die Brandung hören. Direkt neben dem Campingplatz starten mehrere Walks durch die Berge und am Fluss Punakaiki.

Bei schönstem Sonnenschein starteten wir den sehr leichten und gut ausgebauten Spaziergang, der erst durch einen kleinen Wald und anschließend am Meer durch die Pancake Rocks führt. Es gibt mehrere Aussichtspunkte und Infotafeln zu Entstehung des Naturphänomens. Es ist wirklich nur ein ganz kurzer Spaziergang, den man auch mit kleinen Kindern gut machen kann. Unserer Highlight: Genau in dem Moment, als wir am wenigsten damit gerechnet haben, standen wir oben auf den Pancake rocks und sahen unten im Meer mehrere Delphine durch Wasser springen. Die Tiere so frei beobachten zu können war wirklich ein besonderer Moment.

Neuseeland - Eingang zu den Pancake Rocks

Neuseeland – Eingang zu den Pancake Rocks

Im Touristenbüro Punakaiki wurde uns der Punakaiki River Walk empfohlen, der direkt an den Pancake Rocks startete und an unserem Campingplatz wieder endete. Die Tour klang schön und mit 1,5 – 2 Stunden für uns auch zeitlich mit unserer Tochter gut machbar. Wir waren begeistert von dieser tollen Wanderung. Die Natur gleicht in unserer Vorstellung eher einem Urwald in Südamerika. Wir haben uns wirklich wie im Dschungel gefühlt. Die Sonne strahlte an diesem Tag durch die Farnblätter und die Palmen, und der Fluss schlängelte sich durch die grüne Kulisse. Unsere Kleine war noch so klein und dennoch die ganze Zeit nur am Staunen. Auf dieser Tour sind auch folgende, beeindruckende Fotos der Natur rund um den Punakaiki River entstanden:

Neuseeland - Punakaiki River Walk

Neuseeland – Punakaiki River Walk

Abel Tasman National Park

Neuseeland - Der Abel Tasman National Park

Neuseeland – Der Abel Tasman National Park

Anschließend fuhren wir zum Abel Tasman Nationalpark. Jaaa! Ein absolutes Muss auf der Neuseeland To-Do Liste. In Neuseeland jagt ein Highlight das nächste und man kann – obwohl man schon so oft davon gehört hat – nicht fassen, wir facettenreich die Natur dort wirklich ist. Unsere Tage im Abel Tasman waren trotzdem für uns etwas ganz besonderes. Der Nationalpark zieht sich durchs Wald- und Buschland, bietet viele Wanderungen, tolle Strände und atemberaubende Buchten. Berühmt ist der Abel Tasman Coast Track, der an allen Buchten vorbei geht und wunderschöne Ausblicke bietet. Man kann selbst entscheiden, ob man den gesamten Track über mehrere Tage oder nur einzelne Abschnitte davon wandern möchte. Außerdem kann man zu jeder Bucht hinunter gehen, baden oder einfach nur den Ausblick genießen. Unterwegs gibt es mehrere Spots, an denen man zum Übernachten zelten darf. Ein paar haben wir gesehen. Unglaublich schön! Populär sind auch die sogenannten Aqua Taxis, die zu bestimmten Zeiten einzelne Buchten anfahren und Wanderer wieder zurück zum Ort oder in eine der Buchten bringen. Alle Infos, wann die Taxis zu welcher Bucht fahren haben wir uns direkt vor Ort eingeholt.

Neuseeland - Der Abel Tasman National Park

Neuseeland – Der Abel Tasman National Park

Was für Familien wichtig ist: Unsere Kleine hatte ich in der Trage dabei. Es gab keine Altersbeschränkung, nur den Vorteil, dass wir immer zuerst einsteigen durften. Auf der Bootsfahrt gab es für unsere Kleine immer viel zu schauen, außerdem wirkte das Geschaukel und der monotone Motor sehr beruhigend auf Greta. Mit Baby im Aqua Taxi, das hat wirklich super funktioniert!

Es gibt natürlich auch jede Menge Wassersport. Der Abel Tasman eignet sich prima zum Kajak fahren oder zum Schnorcheln. Für uns als Familie mit kleinem Kind war aber der Coast Track perfekt. Wir sind insgesamt drei Abschnitte gewandert und jeweils mit dem Aqua Taxi hin oder zurück gefahren. Dabei sind diese wunderschönen Fotos entstanden:

Achtung: Ein Abschnitt des Tracks ist nur bei Ebbe begehbar. Man sollte also unbedingt sich vor Ort nach den Zeiten informieren. 🙂

Neuseeland - Camping im Abel Tasman National Park

Neuseeland – Camping im Abel Tasman National Park

Außerdem gibt es mehrere Campingspots und ein paar wenige Bars und Restaurants am Strand. Trotzdem ist es nicht laut oder überlaufen. Eher im Gegenteil. Alle Leute sind sehr entspannt und fröhlich. In der Gegend wird man selbst irgendwie zum Hippie und man fühlt sich die ganze Zeit wie Anfang zwanzig und auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. (Eventuell lag das aber auch an unserem Campingplatz, an dem gerne mal in der Campingküche über genau solche Themen philosophiert wurde). Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz The Barn, der direkt am Meer und am Fuße des Abel Tasman Tracks liegt. Da der Campingplatz aufgrund der Lage und des Flairs sehr beliebt ist, sollte man ihn in der Hauptreisezeit unbedingt vorbuchen.

Neuseeland - Wandern mit Kleinkind im Abel Tasman National Park

Neuseeland – Wandern mit Kleinkind im Abel Tasman National Park

Der Farewell Spit, Warariki Beach und die Pupu Springs

Wir hatten einige Tage für den Abel Tasman eingeplant, waren aber nach zwei Wanderungen doch schon ziemlich erschöpft in den Beinen. Spontan entschieden wir uns deshalb für einen Abstecher zum Farewell Spit. Die 30km lange Sandzunge ragt wie eine Sichel geformt ins Meer hinaus und wirkt, als hätte man sich kurz in die Sahara verirrt. Die Anfahrt lässt erahnen, was kommen könnte. Rings herum ist es felsig, sandig und grün. Am Farwell Spit angekommen kann man zunächst mit den Augen gar nicht erfassen, welches Schauspiel sich da auftut. Der lange Sandstreifen wächst kontinuierlich ins Meer hinaus und man kann das Ende nur noch ganz klein am Horizont erkennen. Durch den Westwind der Tasmanischen See türmt sich der Sand zu höhen Dünen auf und bildet wilde Muster. Ringsherum liegt Gestrüpp und Holz, angeschwemmt aus dem Meer. Eigentlich hatten wir uns dort einen „entspannten Strandtag“ vorgestellt, aber dafür ist das Klima viel zu rau und die Dünen viel zu wild und zu hoch. Dafür war es viel beeindruckender, viel wilder, als wir es uns zu Beginn vorgestellt hatten.

Neuseeland - Der Farewell Spit

Neuseeland – Der Farewell Spit

Ganz in der Nähe des Farewell Spit gibt es einen tollen Platz zum Free Campen. Ein ganz kleiner Spot, an den nur etwa 10 Camper passen, direkt an der großen Bucht gelegen, die der Farewell Spit einrahmt. Man steht dort wirklich etwa 5m vom Meer entfernt und bei Ebbe zieht sich das Meer aus der gesamten Bucht zurück und man kann ein wenig in das Watt laufen. Der Himmel bildet pastellfarbene Töne und die ganze Szene wirkt wie im Traum. Einfach gigantisch!

Neuseeland - Camping in der Nähe des Farewell Spit

Neuseeland – Camping in der Nähe des Farewell Spit

Den perfekten Strand haben wir am nächsten Morgen doch noch gefunden: Den Warariki Beach hatten wir ebenfalls über Wikicamps gefunden und wurden nicht enttäuscht. Man fährt zu einem kleinen Parkplatz und macht einen kurzen Spaziergang über Schafswiesen und kleine Hügel. Im Anschluss wird es sandiger und man läuft durch einen kleinen Wald. Danach findet man sich vor diesem atemberaubenden Panorama wieder:

Der Sand ist fast stechend weiß und ganz fein, der Strand wirklich menschenleer und der Ausblick auf die Felsen im Meer einfach nur gigantisch. Als wäre das nicht genug durften wir in dieser tollen Bucht kleinen Baby Seelöwen bei den ersten Schwimmversuchen zusehen. Wir waren hin und weg!

Neuseeland - Wharariki Beach

Neuseeland – Wharariki Beach

Auf dem Rückweg sind wir noch zu den Pupu Springs gefahren (offiziell: Te Waikoropupu Springs). Ein Maori Heiligtum und wohl mit das sauberste und klarste Quellwasser Neuseelands. Über einen gut ausgebauten Holzpfad führt einen ein kurzer Spaziergang zu den heiligen Gewässern, die wirklich ein toller Anblick sind. Das Wasser ist glasklar und zeigt sich in stechenden Blautönen. Man blickt durch die Wasseroberfläche bis auf den Grund und es ist wunderschön!

Neuseeland - Pupu Springs

Neuseeland – Pupu Springs

Die Fähre: Ende der Südinsel – und Beginn der Nordinsel

Wir können selbst immer noch kaum glauben, wie viele Abenteuer in zwei Wochen passen. Nach diesem gebührenden Abschluss auf der Südinsel fuhren wir mit unserem Camper mit der Fähre (die ihr unbedingt so früh wie möglich vorbuchen solltet!) auf die Nordinsel. Wir standen an Deck und die Fähre schlängelte sich durch die Marlborough Sounds, was ein toller Anblick war. Auch die als raue Überfahrt verrufene Fährfahrt durch die Tasmanische See kann einem in diesem Moment nichts anhaben, denn schon da war uns klar: wir kommen wieder!

Neuseeland - Die Fähre durch die Marlborough Sound von der Südinsel zur Nordinsel

Neuseeland – Die Fähre durch die Marlborough Sound von der Südinsel zur Nordinsel

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1 Comment

  • Reply
    Saskia Schäfer
    4. August 2019 at 13:42

    Toller Beitrag, da kann man sich vieles abschauen. Wir sind ab Februar in Neuseeland 🙂
    Darf ich fragen, ob der Teil zur Nordinsel noch kommt? 🙂

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